Astrid Leutwyler, Violine

Künstlerische Leitung

Von 2007-2011 war sie stellvertretende Konzertmeisterin und Stimmführerin im Gustav Mahler Jugendorchester und wurde 2011 mehrmals als 1. Konzertmeisterin bei den Bamberger Symphonikern engagiert. 2009-2014 war Astrid Leutwyler erste Geigerin im Orchestra Mozart unter der Leitung von Claudio Abbado. Für die Spielzeit 2014/15 wurde sie als stellvertretende Stimmführerin nach Düsseldorf berufen und spielte bei den Düsseldorfer Symphonikern und der Deutschen Oper am Rhein.

Des Weiteren folgten Einladungen des Münchner Kammerorchester, Mahler Chamber Orchestra und Lucerne Festival Orchestra und sie spielt heute regelmässig im Tonhalle Orchester Zürich, im Zürcher Kammerorchester und im BR Rundfunkorchester München. Aktuell ist Astrid Leutwyler als 1. Geigerin im Orchestra Mozart, Bologna, engagiert und ist Mitglied des Balthasar Neumann Ensembles unter der Leitung von Thomas Hengelbrock.

Sie ist Gewinnerin des «Küsnachter Kulturpreis 2009», Preisträgerin des «ORPHEUS Swiss Chamber Music Competition» und des «Internationalen Interpretationswettbewerb Verfemte Musik Schwerin».

Im Juli 2018 ist ihre CD «Hymne à la beauté» beim Label Solo Musica und Sony Music in einer Koproduktion mit Radio SRF 2 Kultur erschienen. Die Einspielung erhielt von der Fachpresse Höchstnoten und wurde mit dem Pizzicato Supersonic Award ausgezeichnet.

1984 in Zürich geboren, absolvierte sie ihre musikalische Ausbildung, den Master of Arts (ZFH) sowie das Konzertexamen in Stuttgart, Zürich und London bei Hanna Weinmeister, Judith Ingolfsson, Andreas Janke und David Takeno. Prägende Anregungen erhielt sie zudem bei Rainer Kussmaul, Rachel Podger und Giuliano Carmignola.


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Sonja Leutwyler, Mezzosopran

Künstlerische Leitung

Sonja Leutwyler studierte Viola und Gesang an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Hochschule für Musik und Theater in München bei Maria Cavazza, Christian Gerhaher und Helmut Deutsch. Sie ist Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes. Vier Jahre war sie als Solistin am Staatstheater am Gärtnerplatz München engagiert und sang die grossen Partien ihres Fachs.

Weitere Engagements führten sie ans Markgräfliche Opernhaus Bayreuth, ans Cuvilliés-Theater München, ans Teatro Comunale di Bologna und ans Opernhaus Zürich. Kürzlich sang sie in einer Produktion der Opéra Comique Paris eine Hauptpartie in der Oper «Kein Licht» von Philippe Manoury und gab Gastspiele am Nationaltheater Zagreb und am Grand Théâtre de Luxembourg.

Als Konzertsolistin tritt Sonja Leutwyler mit namhaften Orchestern wie z.B. den Bamberger Symphonikern, dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer, dem Arctic Philharmonic Orchestra, dem Zürcher- und dem Stuttgarter Kammerorchester und dem SWR Symphonieorchester unter Helmut Rilling auf. Sie ist gern gesehener Gast an bedeutenden Festivals wie dem Richard Strauss Festival Garmisch-Partenkirchen, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Beethovenfest Bonn, dem Musikfest Stuttgart sowie an den St.Martin-in-the-Fields concert series London und tritt regelmässig in der Tonhalle Zürich und im Wiener Konzerthaus auf. Des weiteren verbindet die Mezzosopranistin eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Musikern der Wiener Philharmoniker.

Sonja Leutwyler ist als vielseitige Sängerin ebenfalls sehr gefragt für ihre Interpretationen zeitgenössischer Werke. Am Prinzregententheater München war sie in einer Hauptpartie in Elliot Carters Oper «What Next» mit dem Münchner Rundfunkorchester zu erleben. Mit dem RSO Wien sang sie als Solistin am Eröffnungskonzert der Reihe «Wien Modern» unter der Leitung von Cornelius Meister und mit Werken von Luigi Nono war sie auf einer Italien-Konzertreise unter der Leitung von Roberto Abbado.

Höhepunkte der letzten drei Jahre waren Mendelssohns Walpurgisnacht am Rheingau Musik Festival unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada mit dem hr-Sinfonieorchester, Konzerte und CD-Aufnahme mit dem RSO Wien im Wiener Konzerthaus, einen Soloabend mit Arien von Haydn und Vivaldi mit der Camerata Zürich in der Tonhalle Zürich, CPE Bachs Magnificat mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Diego Fasolis, sowie einen Liederabend in der Tonhalle Maag Zürich.

Im Juli 2018 ist ihre CD Hymne à la beauté bei Solo Musica erschienen und wurde mit dem Pizzicato Supersonic Award ausgezeichnet.


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Kurt Aeschbacher, Moderation

Kurt Aeschbacher ist 1948 in Bern geboren und aufgewachsen. Nach dem Abschluss seines Studiums der Volkswirtschaft arbeitete er einige Jahre in der Privatindustrie bis er 1981 seine Tätigkeit beim Schweizer Fernsehen als Redaktor und Moderator aufnahm. Er entwickelte und moderierte verschiedene neue Unterhaltungsformate, realisierte Dokumentarfilme und Portraits über zahlreiche faszinierende Persönlichkeiten in über 1000 Fernsehsendungen. Seine Tätigkeit im Fernsehen wurde im Laufe der Jahre mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Von 2001 bis Ende 2018 produziert und präsentiert Kurt Aeschbacher aus dem eigenen Studio in Zürich West seine wöchentliche Talkshow “Aeschbacher”. Neben seiner Fernseharbeit ist er seit 2004 erster Unicef Botschafter der Schweiz, Botschafter der Laureus Stiftung und war im Jubiläumsjahr des dänischen Dichters Hans Christian Andersen Botschafter im Auftrag des dänischen Königsreiches. Neben seinem Einsatz für humanitäre Projekte engagiert er sich seit Jahrzehnten als Stiftungspräsident für den Tierschutz. Kurt Aeschbacher ist neben seiner Fernseharbeit auch als Unternehmer tätig und Mitglied verschiedener Verwaltungsräte von mittelständischen Unternehmen. Durch seine grosse Leidenschaft für klassische Musik entstand eine Reihe von Texten zu bekannten Kompositionen, mit denen er sich in zahlreichen Aufführungen mit verschiedenen Orchestern profilierte. So tritt er immer wieder mit eigenen Texten als Erzähler in musikalischen Werken von Poulenc, Tschaikovsky, Camille Saint-Saens, Martinu, Tischhauser oder Bernstein auf. Einige dieser Produktionen sind auch auf CD erschienen.

Julian Steckel, Violoncello

Musik entsteht aus einer Erfüllung. Das Publikum spürt, ob auf der Bühne jemand empfindet, was er ausdrückt, oder imitiert, was er glaubt, empfinden zu müssen. Julian Steckel spielt wie jemand, der etwas Lebendiges zu teilen hat. „Als Interpret vertraue ich meiner inneren Landschaft immer mehr und lasse das Publikum hinein. Es ist eine Verwundbarkeit, die einen letztlich aber stärker macht.“ Das sagt der Cellist Ende 2018, dem Jahr, in dem sein erstes Kind geboren wurde.

Seine Überzeugungskraft ist gewachsen, die eigenen Bilder sind reicher geworden. Steckel ist bereit, sich für die Musik und sein Publikum in die Waagschale zu werfen. Er ist sich dabei seiner Verantwortung für das bewusst, was häufig der ‚Wille des Komponisten‘ genannt wird: In der ernsthaften Auseinandersetzung mit der Partitur spürt er den Verbindungen nach, die ein Stück im Inneren zusammenhalten. „Wenn du nur ein Zimmer einer Wohnung kennst und nicht weißt, dass die Wohnung noch sieben weitere hat, kannst du nicht einmal das Zimmer verstehen.“ Wenn er auf die Bühne geht, weiß man die Musik bei ihm gut aufgehoben, freut sich darauf zu hören, was er in ihr findet, verlässt sich darauf, was die Musik durch ihn sagen will. Erfahrungen, Erinnerungen, Orte, Begegnungen häuft das Leben automatisch an. Was einen Menschen auszeichnet ist, wie er daraus hervorgeht: Nach dem Gewinn des ARDMusikwettbewerbs 2010 ging Julian Steckels Solokarriere los. Seitdem trat er mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und den Sankt Petersburger Philharmonikern auf. Er arbeitete unter anderem mit den Dirigenten Christoph Eschenbach, Sir Roger Norrington, Valery Gergiev, Jakub Hrůša, Mario Venzago, Fabien Gabel, John Storgårds, Lahav Shani, Antony Hermus, Christian Zacharias und Michael Sanderling. Im Bereich der Kammermusik gehören und gehörten Janine Jansen, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Renaud Capuçon, Veronika Eberle, Vilde Frang, Karen Gomyo, Antoine Tamestit, Lars Vogt, Elisabeth Leonskaja, Paul Rivinius, Denis Kozhukhin und die Quartette Modigliani, Armida und Ébène zu seinen Partnern. Wenn Steckel über bisherige Stationen und Begegnungen spricht, dann merkt man: Er lässt sich nicht von äußeren Erwartungen treiben, sondern vertraut einem organischen Wachsen, den Dingen, die auftauchen, wenn man mit einem wachen Bewusstsein durch das Leben geht. Sein Spiel ist von einer Mühelosigkeit, die keine technischen Grenzen zu kennen scheint. Eine energische Kraft, die aus wenig Aufwand entsteht. Etwas, was viele suchen und nur wenige finden. Talent und die Kindheit im musikalischen Elternhaus sieht er als Geschenk, genau wie die Begegnung mit seinen Lehrern. „Schon mein erster Lehrer hatte Leichtigkeit und Einfachheit zum Kernprinzip des Spielens erhoben. Hör dir zu, plane, was du tust, mach es lieber gleich richtig. Dieser Einsicht verdanke ich eigentlich alles.“ Julian Steckel studierte bei Ulrich Voss, bei Gustav Rivinius, Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Antje Weithaas. Heute unterrichtet er selbst, als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater München. In der laufenden Saison gibt Julian Steckel sein Debüt mit dem Münchner Kammerorchester (Clemens Schuldt), dem Orchestra della Toscana (Alexander Mayer) und dem MDRSinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Dennis Russell Davies. Wiedereinladungen führen ihn u.a. zum Nationaltheater-Orchester Mannheim, dem Belgrade Philharmonic Orchestra, dem Orchestre Symphonique de Québec (Otto Tausk) sowie dem Kristiansand Symfoniorkester und dem Auckland Symphony Orchestra, gemeinsam mit Giordano Bellincampi. Daneben bleibt Kammermusik für ihn Inspirationsquelle und kommunikativer Nährboden: u.a. bringt er mehrmals den kompletten Zyklus der Beethoven Sonaten für Violoncello und Klavier mit Paul Rivinius zum Klingen und ist auf Australien-Tournee mit dem Skride Quartett sowie im Trio mit Karen Gomyo und Olli Mustonen.

Teo Gheorghiu, Klavier

Der 1992 geborene Teo Gheorghiu mit rumänischer Herkunft und kanadisch/schweizer Staatsbürgerschaft geniesst in der Schweiz besondere Beliebtheit und hat sich in den vergangenen Jahren auch auf internationaler Ebene einen hervorragenden Namen gemacht. Sein Debüt gab Teo Gheorghiu im Jahr 2004 mit dem Klavierkonzert von Schumann in der Tonhalle Zürich. Seither ist er Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und ist zusammen mit namhaften Orchestern und Dirigenten aufgetreten. Solorezitals führen ihn weiterhin weltweit auf den grossen Bühnen.

Seine 2009 erschienene Debüt-CD für die Deutsche Grammophon war monatelang auf der Bestseller-Liste im Schweizer Handel und seitdem hat er für Sony aufgenommen. Teo’s neue CD „DUENDE" erscheint Anfangs Dezember 2020 auf Claves als die erste von vier Aufnahmen mit dem Schweizer Label. Teo konzentriert sich zur Zeit auf die nationalen Musikstilrichtungen Rumäniens, Spaniens und Frankreichs. Als Musiker mit multikulturellem Hintergrund ist es ihm gelungen, dem Land seiner Eltern – Rumänien – näher zu kommen. Seine Erlebnisse auf kürzlich unternommenen Radtouren durch Frankreich und Spanien wiederum haben seine Faszination für Albéniz, Granados, Ravel und Debussy stark angeregt. Nach mehreren Online-Auftritte während der Corona-Saison, freut sich Teo wieder in 20/21 auf der Bühne zu musizieren - besonders auf sein Debut in der Elbphilharmonie Hamburg, seinem zweiten Meisterinterpreten Auftritt in der heimischen Tonhalle Maag, Zürich und die erneute Zusammenarbeit mit seinen bevorzugten Kammermusikpartnern Chiara Enderle und Lech Antonio Uszynski.

Avi Avital, Mandoline

Als erster Mandolinist, der für den Grammy Award nominiert wurde, ist Avi Avital einer der führenden Botschafter seines Instruments. Durch seine Leidenschaft und seine „explosiv charismatischen” Live-Auftritte (New York Times) ist er einer der treibenden Kräfte bei der Neubelebung des Repertoires für die Mandoline. Mehr als 90 Werke sind für ihn geschrieben worden, 15 davon Konzerte. Auch seine Erschließung des Repertoires anderer Instrumente auf der CD „Between Worlds” 2014 erweiterte das Spektrum der Mandoline.

Durch seine ansteckende Neugier und den innigen Austausch mit dem Publikum zählt es zu seinen Verdiensten, der Mandoline den Weg auf die große Bühne geebnet zu haben. Als exklusiver Künstler der Deutschen Grammophon hat er bisher vier Aufnahmen für das Label eingespielt und die nächste ist schon in Planung. Das zuletzt veröffentlichte Album „Avital meets Avital“ (2017) mit Oud / Bassist, Omer Avital, erkundet ihr gemeinsames kulturelles Erbe und bringt ihre unterschiedlichen klassischen und jazzigen musikalischen Hintergründe in Dialog. Frühere Alben sind Originalkonzerte und Transkriptionen von Vivaldi (2015), seine eigenen Bach-Transkriptionen (2012) und die genreübergreifende CD „Between Worlds” (2014), die die Grenzen der Kammermusik zwischen klassischer und traditioneller Musik auslotet. Avi Avitals Auftritte elektrisieren das Publikum weltweit, so im National Centre for the Performing Arts in Peking, der Wigmore und der Royal Albert Hall in London, der Berliner und Pariser Philharmonie, der Tonhalle Zürich, dem Palau de la Música Catalana Barcelona, dem Wiener Konzerthaus, der Carnegie Hall New York und bei einer ARTE-Liveübertragung aus dem Palais de Versailles. Er tritt mit renommierten Orchestern auf, wie dem BBC und dem Chicago Symphony Orchestra, dem Deutschen Symphonie Orchester, dem Maggio Musicale Fiorentino, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Israel Philharmonic, den Dresdener Philharmonikern, dem Tasmania und dem St Louis Symphony Orchestra und dem Orchestre Symphonique de Montréal. Dabei entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Kent Nagano, Osmo Vänskä, Ton Koopman und Giovanni Antonini. Er ist regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals, u. a. in Aspen, Salzburg, Tanglewood, Spoleto, Ravenna, Cheltenham und Verbier – unter anderem war er Portrait Künstler beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2017 mit über 20 Aufführungen von 10 verschiedenen Programmen. Künstlerische Partnerschaften pflegt er u.a. zu Andreas Scholl, Juan Diego Flórez, Dawn Upshaw, Giora Feidman, Ray Chen, David Greilsammer, Richard Galliano, Ksenija Sidorova, Itamar Doari sowie dem Dover und dem Danish String Quartet. 2018 wurde ihm ein ZeitsinselFestival im Konzerthaus Dortmund gewidmet, wo er ein Wochenende mit Klassik, Jazz und Improvisation, sowie ein gemeinsames Programm mit dem Venice Baroque Orchestra und dem georgischen Handschattentheater „Budrugana Gagra“ kuratierte. Zu den Höhepunkten seiner Saison 2019/20 zählen die Uraufführung von Giovanni Sollimas Mandolinenkonzert mit dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Engagements mit dem Orchestre National de Lyon, Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Orchestra della Svizzera Italiana, Zurich Tonhalle Orchester, Staatskapelle Weimar, Baltimore Symphony Orchestra und eine USA Tour mit Les Violons du Roy. Mit dem Programm "Avital meets Avital" reist er durch Europa und Asien. Zudem beginnt eine neue Zusammenarbeit mit Giovanni Sollima "Mediterraneo" und wird als "Portraitkünstler" bei Bozar in Brüssel vorgestellt. Avi Avital wurde in Be’er Sheva im Süden Israel geboren. Mit acht Jahren lernte er das Mandolinenspiel und wurde in das aufstrebende Mandolin Youth Orchestra seines charismatischen Lehrers und musikalischen Leiters Simcha Nathanson berufen. In der Folge studierte er an der Jerusalem Music Academy und dem Conservatorio Cesare Pollini in Padua, wo er mit Ugo Orlandi das Kernrepertoire für die Mandoline erarbeitete. 2007 gewann er als erster Mandolinist die Aviv Competition. Avi Avital spielt eine Mandoline des israelischen Geigenbauers Arik Kerman.

Aydar Gaynullin, Akkordeon

Vulkanisches Genie und begnadeter Unterhalter – Aydar Gaynullin ist ein Meister des Bajans, der osteuropäischen Variante des Knopfakkordeons. Von Bachs Toccata in d-Moll, über Tangos von Piazzolla bis hin zu populären Csárdás-Weisen oder Queens „We will rock you“ – scheinbar nichts ist dem athletischen Energiebündel musikalisch fremd. Und nichts macht ihm so viel Spaß, wie seinem Instrument immer wieder neue Klangräume zu erobern, sein Publikum zu überraschen und in einen schwindelerregenden Strudel der technischen Kapriolen, magischen Klangmalereien, rhythmischen Extravaganzen und effektvollen Klangausbrüche zu ziehen.

Aydar Gaynullin live zu erleben, ist eine Sensation: Kraftvoll und in atemberaubender Geschwindigkeit lässt er die Finger über die Knöpfe seines Instruments schnellen und setzt neben klassischer Musik Stücke aus den Bereichen Tango, Jazz, Ethno-Folk, Rock und experimenteller Musik unter Strom oder tritt in Crossover-Projekten auf. Nichts liegt Gaynullin dabei ferner als Oberflächlichkeit. Seine Auseinandersetzung mit Stücken unterschiedlichster Epochen und Herkunft ist immer von tiefschürfender Musikalität und kreativer Ernsthaftigkeit geprägt.Weit über seine russische Heimat hinaus ist Gaynullin lägst zum Star avanciert, der in Fernsehformaten präsent ist, neben Musikern wie Anna Netrebko und Mstislaw Rostropowitsch auftritt und mit namhaften Orchestern auf der Bühne steht, um seine Kunst vor Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow, Wladimir Putin, Jacques Chirac oder Königin Sophia von Spanien zu zeigen. 2016 wurde Gaynullin zum Solisten der Moskauer Philharmonie ernannt. 2020 feierte er sein Debüt in der Carnegie Hall in New York. Während des Corona-Lockdowns musizierte er zusammen mit dem Mandolinen-Virtuosen Avi Avital und Meistergeiger Daniel Hope im Rahmen der Konzertserie Hope@Home in der Berliner „Bar Tausend“ für den TV-Sender ARTE. Ebenfalls mit Avital gab Gaynullin ein viel beachtetes Streaming-Konzert in der Elbphilharmonie als Teil der Reihe Elbphilharmonie at Home | Blind Date. Gaynullin spielt auch auf der Accordina, einem Blasinstrument, das über eine verkleinerte Knopf-Leiste wie bei einem Akkordeon verfügt. Darüber hinaus ist er Vokalist und schreibt Musik für Theaterstücke und Kinofilme, die auf internationalen Filmfestivals in Venedig, Moskau und New York ausgezeichnet wurde. Das von ihm gegründete Ensemble Euphoria Orchestra begleitet Gaynullin bei vielen Auftritten, spielt aber auch ohne ihn Konzerte. 1992 erhielt der tatarische Künstler ein Stipendium der Internationalen Wohltätigkeitsstiftung "New Names“, 1994 folgten ein Preis des russischen Kulturfonds und der Eintrag in das "Goldene Buch" des Präsidenten. Von 1996 bis 2000 studierte er bei A. Ledenjow und anschließend bei Prof. Fridrich Lips (Volkskünstler Russlands). 2003 wurde Aydar Gaynullin zum Ehrenmitglied des Konservatoriums in Kaunas (Litauen) gewählt. 2005 schloss er mit Auszeichnung seine Ausbildung an der russischen Gnessin Musikakademie (Prof.F.R. Lips) ab. Seinen Abschluss an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ (Prof. Gudrun Wall) in Berlin, wo er auch lebt, machte er 2008.

Daniel Rohr, Erzähler

Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur an der Hochschule Mozarteum Salzburg arbeitete Daniel Rohr zunächst am Theater Bonn, bevor er lange Jahre am Theater an der Ruhr in Mühlheim und am Deutschen Theater in Göttingen als Schauspieler tätig war. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Göttinger Innenhof-Theater-Festivals, das er zehn Jahre geleitet hat. 1999 kam er zurück in die Schweiz an das Theater Neumarkt Zürich und übernahm 2004 die Leitung des Theaters Rigiblick, die er bis heute innehat.

Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler, Theaterleiter und Regisseur kann Daniel Rohr auf eine beachtliche Filmkarriere zurückblicken. Er spielte unter anderem in den Filmen von Sabine Boss „Ernstfall in Havanna“, von Christoph Staub „Sternenberg“, von Fredi M. Murer „Vitus“ und von Michael Steiner „Grounding“. In der TV-Serie „Die Schweizer“ war er 2013 in der Rolle von Hans Waldmann zu sehen. Als Theaterschauspieler in „ZAPPA!“, „In einer Sternennacht am Hafen“, „Azzurro“, „Faust“, „To the Dark Side of the Moon“, „Miles oder die Pendeluhr von Montreux“, „Münchhausens Enkel“ und „Der Lachs der Weisheit“; Erzähler und Sänger in verschiedenen Tributes an Rock-Grössen. Regie führte er bei „Loriot. Der Theaterabend“, „Monty Python Songs und andere Verbrechen“, „Babettes Fest“, „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ sowie „Ds Lied vo de Bahnhöf – Hommage an Mani Matter“.

Sarah Rumer, Flöte

Sarah Rumer konzertiert als Soloflötistin des Orchestre de la Suisse Romande in den grosseninternationalen Konzertsälen, etwa dem Concertgebouw Amsterdam, der Berliner Philharmonie,dem Musikverein Wien, der Suntory Hall Tokyo oder dem Teatro Colon in Buenos Aires. Vor ihremEngagement in Genf 2004 erwarb sie erste Orchestererfahrung in der Orchesterakademie desOpernhaus Zürich und war Soloflötistin des Mozarteum-Orchesters Salzburg und desPhilharmonischen Orchesters Graz.

Eindrücke als Zuzügerin in der Wiener Staatsoper und bei denWiener Philharmonikern sowie als Gast-Soloflötistin etwa beim Tonhalle-Orchester Zürich, denRadio-Orchestern von Frankfurt und Berlin sowie verschiedenen Ensembles für Neue Musikbereicherten ihre Laufbahn.Geboren 1978 studierte sie an der Musikhochschule Zürich Flöte bei Felix Dorigo und GünterRumpel sowie Gesang bei Verena Piller und Rudolf Hartmann, ehe sie ihr Studium in Wien beiDieter Flury (Soloflötist der Wiener Philharmoniker und Professor an der Kunstuniversität Graz)abschloss. Meisterkurse bei Michael Kofler, Wolfgang Schulz, Peter-Lukas Graf und Aurèle Nicoletergänzten ihre Ausbildung.Als Preisträgerin renommierter internationaler Wettbewerbe, darunter der «Carl Nielsen»-Wettbewerb in Odense, der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen und derFlötenwettbewerb von Kobe, pflegt sie eine rege Konzerttätigkeit als Solistin undKammermusikerin, welche sie unter anderem zu den Festivals von Verbier und Luzern führt, sowienach Italien, Deutschland, Spanien, Portugal, Frankreich, China, Japan und Korea. VerschiedeneAufnahmen (JPC, Solo Musica) dokumentieren diese Arbeit. 2020 erscheint bei Prospero Classicseine CD mit Werken von Francis Poulenc und Jean Françaix.Seit 2011 lehrt Sarah Rumer an der Musikhochschule Luzern und gibt Meisterkurse in Europa undAsien, insbesondere jeden Sommer im Rahmen der Meisterkurse Rheinau.

Dmitri Demiashkin, Klavier

Dmitri Demiashkin wurde 1982 im russischen Saransk geboren. Seine Ausbildung zum Pianisten begann er im Alter von sieben Jahren in der historischen Stadt Kazan und an der Zentralen Musikschule des Tschaikowski Konservatoriums in Moskau. Mit einem Stipendium der Stiftung Lyra zog Dmitri Demiashkin 1999 in die Schweiz, um sein Studium in Winterthur und Zürich bei Prof. Konstantin Scherbakov und Prof. Homero Francesch fortzusetzen.

Demiashkin gewann Preise in ganz Europa und Nordamerika, z. B. 1994 den 1. Preis beim Int. Fernsehwettbewerb Bravo-Bravissimo in Cremona, 2002 den 1. Preis bei der 3rd Int. Russian Music Piano Competition in San José, oder 2007 den 3. Preis bei der Int. Beethoven Competition in Bonn. Seine seltene musikalische Begabung, die Eleganz und Feinfühligkeit seines Spiels und seine brillante Technik begeisterten die Jurymitglieder und manch überraschte Kritiker. Er gab Rezitale und Konzerte mit renommierten Orchestern in über fünfzehn Ländern auf der gesamten Nordhalbkugel und spielt regelmässig als Solist unter der Leitung von Vladimir Fedoseyev mit dem Tschaikowski Symphonieorchester Moskau. Im April 2012 wurde Demiashkin von Steinway & Sons in Hamburg der Ehrentitel Steinway Artist verliehen. Bereits während seiner Studienzeit war Dmitri Demiashkin Assistenzprofessor an der Zürcher Hochschule der Künste. Heute ist er Leiter seiner eigenen Russischen Klavierschule in Brunnen sowie Dozent am Musikkonservatorium in Zürich und an der ZHdK.

Jolanda Steiner, Erzählerin

Seit ihrer Kindheit ist das «Spiel mit der Sprache» und Erfinden von Geschichten ihre liebste Tätigkeit. Nach Ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin fand sie bald schon den Weg auf die Bühne. Ihre mit Perkussionsinstrumenten umrahmten Märchenerzählungen werden inzwischen in der Schweiz, in Österreich und Deutschland aufgeführt.

In Zusammenarbeit mit diversen Musikern hat sie zahlreiche Tonträger produziert und arbeitete vorwiegend mit klassischen Orchestern wie z.B. dem Zürcher Kammerorchester, dem Musikkollegium Winterthur, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt und diversen Kammerensembles zusammen. Seit 2003 ist sie, unter anderem zusammen mit dem Blockflötenvirtuosen Maurice Steger, mit ihren selbst verfassten Musikmärchen («Tino Flautino und sein zauberhaftes Flötenspiel», «Tino Flautino und die Zaubermelodie» und «Pinocchio und der Flötenspieler») auf Tournee. Ihre Werke haben diverse Auszeichnungen erhalten. Für das erwachsene Publikum schreibt die «Wortkomponistin» humorvolle Märchencabarets und moderiert Firmen- und Konzertveranstaltungen.

Vokalensemble Ensemble Bleu

Das Vokalensemble "Ensemble Bleu" erarbeitet anspruchsvolle Chormusik vom 16. Jahrhundert bis zur Moderne, von der Motette bis zum Oratorium für Gottesdienst und Konzert. 2010 vom damaligen Kantor Andreas Gut gegründet, hat es zahlreiche Chorwerke aus der Renaissance, Barock, Romantik und der Moderne aufgeführt, darunter Bachs Matthäuspassion (2010), die Requiems von Mozart (2014), Brahms (2016) und Fauré (2019), sowie das Chorwerk „Patris Sapientia“ von Rudolf Meyer (2015) und die Missa „O Magnum Mysterium" von T. L. da Victoria (2017). Auswärtige Gastauftritte in der Hofkirche Luzern, den Kathedralen Notre Dame de Paris, Lincoln (GB) und Galway (Irland) haben das Ensemble über Zürich hinaus bekannt gemacht.

Seit der Übernahme durch Joachim Schwander im Jahre 2017 werden nebst den grossen, orchestral besetzten Werken vermehrt Werke aus der Vokalpolyphonie der Renaissance gepflegt, und das Ensemble tritt auch in kleineren Besetzungen auf. Ein Ausgewogener Ensemble-Klang, präzise musikalische Gestaltung und edle Musikalität bilden das ehrgeizige Ziel der 24 ambitionierten Sängerinnen und Sänger, die sich zu stetiger, persönlicher stimmlicher Bildung und zu selbstständigem Erarbeiten des Notentextes verpflichten. Für das Frühjahr 2021 sind zwei Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion geplant.

Joachim Schwander, Leitung Vokalensemble

Joachim Schwander (*1978) studierte Klavier, Orgel, Improvisation und Musikwissenschaft in Zürich, Strassburg und London. In den Jahren 2003 – 2009 war er als Organist an der reformierten Stadtkirche Liestal und in der reformierten Kirche Dietikon, sowie als freischaffender Musikjournalist und Kammermusiker tätig. 2007 gründete er die Liestaler Improvisationskonzerte ‚Heures mystiques’, die inzwischen unter seinem Nachfolger erfolgreich weitergeführt werden.

2009 übersiedelte Joachim nach England, wo er an der Royal Academy of Music den Master of Music- Abschluss erlangte. Ein organ scholarship an der Abtei in Sherborne öffnete die Türen zum intensiven Studium der englischen Kirchenmusiktradition. Von 2012 bis 2017 lebte Joachim Schwander in Bristol, wo er als frei schaffender Dirigent, Korrepetitor, Musiklehrer und Konzertorganist tätig war. Im Juli 2014 wurde er als Director of Music an St. Mary's Thornbury im Norden von Bristol berufen. In dieser Zeit bildete er sich intensiv in der Chor- und Orchesterleitung weiter, unter anderem in der Sherborne Summer School of Music bei Rodolfo Saglimbeni und David Lawrence. Seit April 2017 ist Joachim wieder in der Schweiz, wo er als Hauptorganist und Kantor der Katholischen Kirche St. Georg in Küsnacht ZH die vier Chöre dirigiert, die Orgeldienste versieht und das gesamte Musikleben der Pfarrei koordiniert.